Onlinebroker-Vergleich: Trade Republic, Scalable Capital, Comdirect & Co.

Onlinebroker Vergleich

Onlinebroker-Vergleich: Trade Republic, Scalable Capital, Comdirect & Co.

Stand: Mai 2026. Wer 2026 noch 5,90 € pro Order bezahlt, hat den Wandel verschlafen. Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital und Finanzen.net Zero haben die Gebührenwelt umgekrempelt: 0 bis 1 € pro Order, kostenlose ETF-Sparpläne ab 1 € Sparrate, Bruchstücke selbstverständlich, Cash auf dem Verrechnungskonto wird mit 2,75 % verzinst. Der innere Schwabe reibt sich die Hände — und prüft trotzdem, was das Kleingedruckte für ihn bedeutet.

Wozu überhaupt noch ein Onlinebroker — und was ist heute “Neobroker”?

Es gab eine Zeit (damals! nachm Krieg!), da waren Börseninvestments etwas für reiche Leute, was spätestens beim Blick in die Gebührenübersicht der Hausbank klar wurde: 50 € für eine Inlands-Wertpapierorder, plus Depotführungsgebühr. Heute zahlt ein Schweizer Anleger in der UBS-Filiale immer noch fast genauso viel — der deutsche Online-Sparer ist da längst weiter.

Die 2026er Landschaft teilt sich in drei Lager:

  • Neobroker (Trade Republic, Scalable, Finanzen.net Zero, Smartbroker+): App-first, 0–1 € Order, kostenlose ETF-Sparpläne, Bruchstücke, Krypto. Optimal für Sparpläne und einfache Buy-and-Hold-Anleger.
  • Klassische Direktbroker (comdirect, Consorsbank, ING, DKB Broker, flatex, Maxblue): Volle Funktionalität für aktive Anleger — Optionen, Derivate, Anleihen, Steuerservices, Hauptversammlungen. 0–6 € pro Order, oft mit Aktionspreisen.
  • Internationale Spezialisten (Interactive Brokers, Degiro, eToro): Globaler Anlageraum, sehr breites Universum, aber teils komplexere Steuerverarbeitung.

Top-Onlinebroker Mai 2026 im Vergleich

AnbieterOrder (Aktie/ETF)SparplanCash-ZinsDepotgebührAnlageuniversum
Trade Republic1 €kostenlos ab 1 €2,75 %0 €Aktien, ETF, Krypto, Anleihen
Scalable Capital Free0,99 €kostenlos ab 1 €~ 0 %0 €Aktien, ETF, Krypto
Scalable Capital Prime+0 € (Flatrate ab 250 €/Order)kostenlos ab 1 €2,90 %4,99 €/MonatAktien, ETF, Krypto, Optionen
Finanzen.net Zero0 € (ab 500 € Order)kostenlos ab 25 €~ 0 %0 €Aktien, ETF, Krypto
Smartbroker+0–4 € (ab 500 € Order kostenlos)kostenlos ab 1 €1,75 %0 €Aktien, ETF, Fonds, Anleihen, Derivate
comdirect3,90 € + 0,25 % (max. 59,90 €)kostenlos für 500 ETFs~ 0 %0 € bei Aktivitätvolles Universum + Hauptversammlungen
Consorsbank4,95 € + 0,25 % (gestaffelt)kostenlos für 600 ETFs~ 0 %0 €volles Universum + Beratung
ING Direkt-Depot2,90 € + 0,25 % (gestaffelt)kostenlos für 1.500 ETFs~ 0 %0 €volles Universum
flatex5,90 € (außerbörslich) / 7,90 € (Xetra)0,90 € pro Sparplanausführung~ 0 %0 €volles Universum + Lombard
Interactive Brokers0,005 USD/Aktie (min. 1 USD)USD-LIBOR -1,5%0 €weltweit alle Anlageklassen
Degiro2 € + 1 € Konvertierungsgebührkostenlos für ETF-Kernliste~ 0 %0 €EU + US Aktien, ETF, Optionen
Stand Mai 2026. Konditionen ändern sich; aktuelle Preisliste auf der jeweiligen Anbieter-Website prüfen. ETF-Sparpläne sind bei den meisten Brokern für Standard-ETFs (MSCI World, S&P 500, etc.) kostenlos.

Wichtigste Beobachtungen:

  • Sparplan-Renner 2026: Trade Republic und Scalable — kostenlose Sparpläne ab 1 € auf alle ETFs und alle Einzelaktien
  • Cash-Verzinsung als Bonus: Trade Republic 2,75 % und Scalable Prime+ 2,90 % — siehe auch Tagesgeld-Vergleich
  • Volle Bandbreite: Bei Optionen, Derivaten, internationalen Märkten sind die Klassiker (comdirect, Consorsbank, ING) immer noch König
  • Internationale Profis: Wer global handelt oder Optionen schreibt, kommt an Interactive Brokers schwer vorbei

Neobroker vs. klassische Broker — wer für wen?

KriteriumNeobroker (TR, Scalable, FN Zero)Direktbroker (comdirect, Consors, ING)
Order-Kosten0–1 € pro Trade3–10 € pro Trade
Sparplankostenlos auf alles ab 1 €kostenlos auf 500–1.500 ausgewählte ETFs ab 25 €
AnlageuniversumAktien, ETF, Krypto, Anleihen+ Optionen, Derivate, Fonds, Zertifikate, internationale Märkte
Cash-Verzinsung2,5–2,9 % (bei TR/Scalable Prime+)0–0,5 % auf Verrechnungskonto
SteuerserviceJahressteuerbescheinigung, Verlustverrechnung+ vollständige Steuerreports + Anpassungsbescheinigungen
Beratungneinteilweise telefonisch / Filiale
BedienoberflächeApp-first, mobile-optimiertWeb + App, Pro-Trader-Tools verfügbar
Hauptversammlungen / Stimmrechteingeschränktvollständig (Eintrittskarten möglich)
Ideal fürSparplan-Anleger, Buy-and-Hold, Einsteigeraktive Trader, Optionen, Fortgeschrittene

Hybrid-Strategie: Viele Anleger 2026 nutzen beides — einen Neobroker für ETF-Sparpläne und Buy-and-Hold-Aktien, einen klassischen Broker als “Hauptdepot” mit voller Funktionalität.

Auswahl-Kriterien: Worauf wirklich achten

Anlageraum, -universum, -volumen, -horizont

  • Anlageraum: Deutschland, Europa, weltweit? Wer US-Aktien handeln will, braucht USD-Konvertierung oder direkten USD-Zugang (Interactive Brokers, Degiro)
  • Anlageuniversum: Reichen ETF + Einzelaktien (→ Neobroker reicht), oder brauchen Sie Optionen, Anleihen, Zertifikate, Derivate (→ Direktbroker)
  • Anlagevolumen: Bei kleinen Beträgen (< 5.000 €) sind die Sparplan-Kosten entscheidend; bei größeren Depots zählt die Order-Gebühr für aktive Trades
  • Anlagehorizont: Buy-and-Hold (10+ Jahre) → günstige Gebühren wichtiger als Komfort; aktives Trading → Plattform-Funktionen wichtiger
  • Cash-Verzinsung: Bei TR/Scalable Prime+ ein echter Bonus (siehe auch Tagesgeld-Vergleich)

Gebührenstruktur im Detail

  • Grundgebühr: Online-Depots sind 2026 fast immer kostenlos — bei einigen Klassikern gibt es Aktivitätsklauseln (mind. 1 Trade pro Quartal)
  • Ordergebühr: Variabel zwischen 0 € (Neobroker) und 6 € (flatex Xetra); plus Handelsplatz-Spreads
  • Sparplangebühr: Bei Neobrokern in der Regel kostenlos, bei flatex 0,90 € pro Ausführung — bei 2 Sparplänen × 12 = 21,60 € Jahresgebühren
  • Spread / Handelsplatzkosten: Bei Neobrokern oft nur an einem Partnerhandelsplatz (Lang & Schwarz, gettex) — Spreads sind dort marktüblich, aber kein Best-Execution-Anspruch
  • Konvertierungsgebühren: Bei US-Aktien in EUR-Konto fallen typisch 0,25 % Wechselkurs-Aufschlag an (Degiro 1 € pauschal)
  • Vorabpauschale (ETF): Wird automatisch vom Broker abgewickelt, aber bei thesaurierenden ETFs jährlich fällig (2026: Basiszins 2,53 %, also auf 10.000 € MSCI World etwa 18 € Steuer-Vorauszahlung — verrechnet beim späteren Verkauf)

Sparplan-Praxis 2026 — Mickey-Maus-Rechnung

Klassisches Beispiel: 200 € monatlicher MSCI-World-Sparplan über 30 Jahre. Annahme: 7 % p.a. Rendite (langfristig).

  • Trade Republic / Scalable (kostenlos): 200 €/Monat × 12 × 30 = 72.000 € eingezahlt, Endwert ~245.000 € — alle Erträge bleiben beim Anleger
  • flatex (0,90 € pro Sparplanausführung): selbe Annahme, aber 324 € (12 × 30 × 0,90 €) Gebühren über 30 Jahre — Endwert ~244.500 €. Marginale Differenz, aber kein Zugewinn
  • Direktbroker mit Sparplan-Aktion (kostenlos für MSCI World): praktisch gleich wie Neobroker, aber weniger Flexibilität bei Einzelaktien-Sparplänen

Konsequenz für Buy-and-Hold-Anleger: Für ETF-Sparpläne ist der Unterschied zwischen Top-Anbietern marginal. Wichtiger als 0,90 € pro Order ist, dass Sie überhaupt anfangen und durchhalten.

Steuern auf Wertpapiererträge 2026

Wie bei Festgeld und Tagesgeld: Abgeltungssteuer 25 % + 5,5 % Solidaritätszuschlag + ggf. Kirchensteuer. Effektiv ~26,375 % bzw. ~28 % mit KirSt.

Vier wichtige Steuer-Hebel beim Depot 2026:

  • Freistellungsauftrag: 1.000 € (Single) / 2.000 € (Verheiratet) — bei jedem Broker einreichen und auf mehrere Depots aufteilen, falls Sie mehrere haben
  • Verlustverrechnungstopf: Jeder Broker führt zwei Töpfe (Aktien-Verluste und Sonstige-Verluste). Wichtig vor Jahresende prüfen, ob Sie unterjährige Verluste durch Realisierung von Gewinnen verrechnen können
  • Vorabpauschale auf thesaurierende ETFs: Wird automatisch im Januar des Folgejahres vom Verrechnungskonto abgebucht, später beim Verkauf angerechnet. Stellt sicher, dass Sie nicht ewig “steuerstunden”
  • Verlustbescheinigung: Bei Brokerwechsel können Sie sich Verluste zur Mitnahme bescheinigen lassen (Antrag bis 15. Dezember)

Depotwechsel — schwäbisch klug umziehen

Das Kapital ist reisewillig bei grünerem Gras. Der Depotwechsel selbst ist 2026 weitgehend formlos und kostenlos:

  1. Neues Depot eröffnen (Online-Identifikation, 10 Minuten)
  2. Übertragungsauftrag beim neuen Broker stellen — der zieht das Depot beim alten Broker an
  3. Wartezeit: 2–4 Wochen, in der Übertragung das alte Depot nicht traden
  4. Anschaffungsdaten werden beim Übertrag automatisch mitgegeben — Steuer-Historie bleibt erhalten
  5. Altes Depot nach erfolgreichem Übertrag kündigen (oder offen lassen als “Backup”)

Achtung: Bei Brokerwechsel von Direktbroker zu Neobroker können einzelne Wertpapiere (z.B. ausländische Fonds, Zertifikate) nicht übertragbar sein — in dem Fall vorher verkaufen oder altes Depot behalten.

Häufig gestellte Fragen zum Onlinebroker (FAQ)

Welcher Onlinebroker ist 2026 der beste?

Es gibt keinen “besten” — es gibt nur den für Ihre Bedürfnisse passenden. Für ETF-Sparpläne und Buy-and-Hold sind Trade Republic und Scalable Capital 2026 schwer zu schlagen: kostenlos, Cash-verzinst, App-first. Für aktive Trader, die Optionen, Anleihen oder internationale Aktien handeln, sind klassische Direktbroker (comdirect, Consorsbank) oder Interactive Brokers die bessere Wahl.

Wie sicher ist mein Depot bei einem Neobroker?

Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen — sie gehören rechtlich Ihnen, nicht dem Broker. Im Insolvenzfall des Brokers werden sie auf einen anderen Verwahrer übertragen, keine Verluste. Cash auf dem Verrechnungskonto ist über die Partnerbank durch die EU-Einlagensicherung mit 100.000 € abgesichert (bei Trade Republic über Solaris, Deutsche Bank, JPMorgan; bei Scalable über Baader Bank). Effektiv: Depot ist beim Neobroker so sicher wie beim Klassiker.

Was kostet ein ETF-Sparplan wirklich?

2026 bei Neobrokern: 0 € pro Ausführung. Bei klassischen Direktbrokern für die meisten Standard-ETFs (MSCI World, S&P 500, EM): 0 € im Aktionspreis. Außerhalb der Aktionsliste: 0,90–1,50 € pro Ausführung. Bei monatlich 200 € Sparrate und 0,90 € Gebühr sind das 10,80 €/Jahr = 0,45 % der eingezahlten Rate. Selbst über 30 Jahre kostet das weniger als 0,1 % Endrendite.

Kann ich Aktien-Bruchstücke kaufen?

Bei Neobrokern (Trade Republic, Scalable, Finanzen.net Zero): ja, problemlos. Sie können für 25 € Apple-Aktien kaufen, auch wenn eine ganze Apple-Aktie 180 € kostet. Bei klassischen Direktbrokern: nur eingeschränkt für Sparpläne, nicht für freie Käufe. Für Sparpläne ist das Standard, für gezielte Einzelkäufe haben Neobroker hier den Vorteil.

Was ist die Vorabpauschale und muss ich sie zahlen?

Die Vorabpauschale ist eine seit 2018 eingeführte Steuer-Vorauszahlung auf thesaurierende ETFs (also solche, die Erträge nicht ausschütten). Sie wird einmal jährlich vom Verrechnungskonto abgebucht. 2026 mit dem Basiszins von 2,53 % berechnet, ergibt sich auf 10.000 € MSCI World ungefähr 17–18 € Steuer-Vorabbelastung. Wird beim späteren Verkauf gegen die finale Abgeltungssteuer verrechnet — also keine zusätzliche Steuer, nur ein Vorzieheffekt für den Staat.

Krypto über den Onlinebroker — sinnvoll?

Trade Republic und Scalable bieten Krypto-Handel direkt aus der App an — bequem, aber die Spreads sind deutlich höher als bei spezialisierten Krypto-Börsen (Bitvavo, Kraken). Für gelegentliches Krypto-Buy-and-Hold im 5%-Anteil-Bereich des Gesamtdepots ist es bequem. Wer aktiv tradet oder größere Volumina bewegt, fährt mit spezialisierten Anbietern günstiger.

Wechsel zwischen Brokern — was passiert mit der Steuer-Historie?

Beim regulären Depotübertrag werden die Anschaffungsdaten (Einstandskurse, Anschaffungsdatum) automatisch mit übertragen. Beim späteren Verkauf rechnet der neue Broker korrekt die Steuern ab. Wichtig: Bei freiem Verkauf am alten Broker und Neukauf am neuen Broker verlieren Sie die Haltedauer-Vorteile (bei manchen Anleihen, Optionen relevant) — also lieber via offiziellen Übertrag wechseln.

Brauche ich mehrere Depots gleichzeitig?

Für die meisten Anleger reicht ein einziges — am besten ein Neobroker für Sparpläne. Mehrere Depots machen Sinn, wenn Sie (a) den Sparerpauschbetrag auf mehrere Banken aufteilen wollen, (b) verschiedene Anlagestrategien sauber trennen wollen (Pension-Depot vs. Spielgeld), oder (c) spezielle Funktionen brauchen, die nicht alle Anbieter haben (z.B. Optionen + Sparplan kombiniert).

Fazit — Onlinebroker 2026 in einem Absatz

Die Wahl des richtigen Onlinebrokers ist 2026 einfacher als jemals zuvor: Wer ETFs bespart, Aktien kauft und langfristig hält, geht zu Trade Republic oder Scalable Capital — kostenlos, App-first, mit Cash-Verzinsung als Bonus. Wer Optionen, Anleihen oder internationale Märkte braucht, bleibt bei comdirect, Consorsbank oder Interactive Brokers. Der schwäbische Sparer kombiniert: Tagesgeld als Notgroschen, Festgeld für mittelfristige Ziele, ETF-Sparplan für langfristigen Vermögensaufbau, ggf. ein Bausparvertrag für die Zinsabsicherung beim Hausbau. Wichtiger als das letzte Zehntelprozent Order-Gebühr ist, überhaupt anzufangen — und dranzubleiben. Der Zinseszins macht den Rest.


Stand: Mai 2026. Gebühren, Zinsen und Konditionen ändern sich; vor Vertragsabschluss aktuelle Preisliste des Anbieters prüfen. Risiko-Hinweis: Wertpapiergeschäfte sind mit Verlustrisiken verbunden, bis zum Totalverlust. Affiliate-Hinweis: Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten — bei Depoteröffnung über solche Links erhalten wir eine kleine Provision, ohne dass Ihnen Kosten entstehen.